Mit spielerischen Maßnahmen fällt es vielen leichter, Geld beiseitezulegen. Spar-Challenges lassen sich meist unkompliziert in den Alltag einbauen – und auf Dauer können überraschend hohe Beträge zusammenkommen.
Text: Gunnar Erth
Im Supermarkt gab es wieder ein paar Cent Wechselgeld? Ab ins Sparschwein damit! „Viele wundern sich, welche Beträge auf diese Weise in einigen Monaten zusammenkommen“, sagt Korina Dörr, Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt der Sparkassen-Finanzgruppe. Vor allem dann, wenn man gemeinsam das Sparschwein füttert. „Als kleine Challenge kann gemeinsames Sparen in der Familie Spaß machen“, ergänzt Korina Dörr.
Beim Thema Spar-Challenges sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sie lassen sich leicht in bestimmte Gruppen kategorisieren. Da sind zum Beispiel die Haushalts-Challenges. Beispiele gefällig?
- Jeder Einkauf unter 30 Euro: Immer, wenn ein Einkauf unter einem vorher festgelegten Betrag bleibt, wandert die Differenz in die Spardose.
- Restekochen: Wer eine Mahlzeit aus dem zubereitet, was in der Küche vorhanden ist, statt Essen zu bestellen oder ins Restaurant zu gehen, wirft 2 Euro ins Sparglas.
- Oder die Putz-Challenge: Für jede erledigte Aufgabe im Haushalt geht ein fester Betrag weg. So spart man und pflegt zugleich die eigene Wohnung.
Energiesparen mit doppeltem Effekt
Ebenfalls um den Haushalt geht es bei der Energiespar-Challenge. Hier ist aber das Ziel, Stromkosten zu senken. Wer etwa vergisst, das Licht auszumachen, oder Geräte im Stand-by-Modus laufen lässt, muss ein Strafgeld von 1 Euro zahlen. Wer will, kann den Wettbewerb auf Ladegeräte ausdehnen, die am Netz hängen. Und bei der „Hot or not“-Challenge misst man einmal pro Woche die Außentemperatur und legt für jedes Grad 50 Cent ins Sparschwein. Bei Minusgraden wird der Betrag für jedes Grad unter null fällig.

Wer will, kann Challenges auch dazu nutzen, seine Gesundheit zu fördern (siehe „Geld für die Gesundheit“). Neben Herausforderungen rund um Fitness und Ernährung geht dies auch mit Spar-Challenges rund um Smartphone und Computer – Stichwort Digital Detox. Ein Beispiel: sparen statt scrollen. Jedes Smartphone zeigt einem an, wie viele Stunden man pro Woche am Bildschirm verbringt. Jeder kann sich ein Limit setzen und für jede Stunde mehr 1 Euro beiseitelegen. Dies geht auch prima als Wettbewerb in der Familie.
Belohnen kann man sich mit der App-Ausmist-Challenge: Jede gelöschte App bringt 1 Euro in die Sparbox. Und wer seinen Online-Shopping-Konsum drosseln will, kann eine E-Commerce-Challenge starten – und für jede Woche ohne Kauf im Internet 10 Euro sparen.
Nicht nur Verhalten kann belohnt werden
Diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen, denn jede Herausforderung, die eine Verhaltensänderung belohnt, ist letztlich auch für eine Spar-Challenge geeignet. Doch es geht natürlich auch unabhängig davon. Ein beliebter Klassiker ist die 52-Wochen-Challenge. Man fängt dabei klein an. In der ersten Woche wird 1 Euro beiseitegelegt, in der zweiten 2 Euro und so weiter. Nach einem Jahr stehen 1378 Euro zur Verfügung. Wer die Reihenfolge der Wochenbeträge mischt, verhindert, dass es zum Jahresende schwer wird.
Auch spielerische Varianten funktionieren. Beim Sparbingo füllen kleine Summen von 1 Cent bis 2 Euro die Felder der Karte. Täglich wählt man ein zufälliges Feld aus, hakt es ab und legt den Betrag beiseite. Ziel ist eine komplette Reihe. Oder man spielt mit jemandem die Tic-Tac-Toe-Challenge: In ein leeres Feld werden Beträge eingetragen. Ist ein Betrag ins Sparschwein gewandert, darf das Feld angekreuzt werden. Wer zuerst einen Dreier voll hat, gewinnt. Die Vorlagen für diese beiden und weitere Herausforderungen gibt es übrigens kostenlos auf der Website von Geld und Haushalt zum Download: www.geldundhaushalt.de
Wichtig ist bei alldem, dass die Ziele realistisch sind und man den Spaß am spielerischen Sparen nicht verliert. Und: Man braucht auch kein Sparschwein dafür. In der App „Sparkasse“ können Budgets gesetzt, Umsätze kategorisiert und Sparziele definiert werden. Push-Benachrichtigungen erinnern an diese Ziele und sorgen dafür, dass die Motivation hoch bleibt. Viel Erfolg!
Geld für die Gesundheit
Sparen ist schön und Gesundheit wichtig. Beides lässt sich auch hervorragend kombinieren – mit diesen Challenges.
- Snack-Stopp-Challenge: Jeder Tag ohne Süßigkeiten naschen wird mit 1 Euro in die Spardose oder auf das Konto belohnt. Wer es zudem schafft, beim Einkauf keine Süßigkeiten oder kalorienreiches Knabberzeug in den Wagen zu legen, legt 5 Euro obendrauf.
- Gesundheits-App-Challenge: Fast jeder hat heute eine Smartwatch oder Gesundheits-Apps. Ziele festlegen – etwa drei Work-outs pro Woche oder eine bestimmte Zahl von Schritten pro Tag. Werden sie erreicht, wandert zur eigenen Belohnung ein fester Sparbetrag in die Dose.
- Aufzugs-Challenge: Jedes Mal, wenn man auf den Aufzug verzichtet und dafür die Treppe nimmt, kommen 10 Cent in die Spardose – pro Stockwerk. Klingt harmlos, wird aber schnell zur Fitnessroutine. Und macht das Konto auch gleich fit.
- Fahrrad-Challenge: Für jede Strecke, die man mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegt, kommt 1 Euro in die Kasse. Diese Challenge ist vor allem für Pendlerinnen und Pendler ideal und perfekt kombinierbar mit dem Deutschlandticket.
- Meal-Prep-Challenge: Selbst kochen spart oft Kalorien und Geld. Wer das Mittagessen fürs Büro zu Hause vorbereitet, legt pro Tag 3 Euro beiseite. So viel lässt sich leicht sparen, wenn man Kantine oder Lokal mit Mittagstisch meidet. Schon nach vier Wochen kommt damit ordentlich was zusammen.
Fotos: Adobe Stock, Midjourney; Illustrationen: ChatGPT
