Essen fürs Klima

Mit unserer Ernährung richten wir annähernd so viel Klimaschaden an wie mit dem gesamten Verkehr. Mit klugen Einkaufsentscheidungen können wir bis zu 70 Prozent der Emissionen einsparen. flin deckt Mythen zu Supermarktgemüse und Einwegverpackungen auf und zeigt, wie ein klimafreundlicher Speiseplan aussieht. Futtern wir gemeinsam den Klimawandel klein – mit nachhaltigen Rezepten und fundiertem Wissen.

Autorin: Lena Kube

Stellen Sie sich einen bunten Luftballon vor, gefüllt mit dem klimaschädlichen Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2). 341.088 bunte Luftballons mit CO2 stößt jeder Deutsche im Jahr allein durch seine Ernährung aus. Im Fachjargon sind das 1.672 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Person. Einsparpotenzial lauert im Supermarktregal. Bevor wir uns den Einkaufskorb schnappen, schauen wir uns die Klimafolgen der einzelnen Lebensmittel genau an. Vor allem Fleisch ist ein Klimaschwergewicht. Ob Schnitzel, Currywurst oder Milchkaffee: Im Speiseplan der Deutschen sind tierische Produkte für 69 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich (siehe Grafik unten).

Zusammensetzung der jährlichen Ernährungsemissionen des Durchschnittsdeutschen. Quelle: WWF Deutschland, 2021.

Um beim nächsten Grillabend mit Fachwissen zu glänzen: Hauptursache für die klimaschädliche Wirkung von Fleisch ist das Treibhausgas Methan, das Rinder beim Wiederkäuen in die Atmosphäre rülpsen. Eine Durchschnittskuh produziert jeden Tag rund 588 Gramm Methan. Es ist 28-mal klimaschädlicher als CO2. Da Hühner, Schweine und Tofu in Sachen Methan nicht mithalten können, muss ein wissenschaftlich einheitlicher Maßstab her: CO2-Äquivalente (CO2-Äq.). Umgerechnet werden aus 588 Gramm Methan täglichem Kuh-Ausstoß 16 Kilogramm CO2-Äq.

SCHNITZEL-VERGLEICH

Starten wir den Schnitzel-Vergleich! Die Daten finden wir beim Umweltbundesamt, das die Klimafolgen von allen Lebensmitteln auflistet. „Systemgrenze“ ist die Supermarktkasse. Was nach dem Kauf mit den Produkten geschieht, beispielsweise die Emissionen des Holzkohlegrills, werden nicht mit einberechnet. Trommelwirbel für das große Schnitzel-Klimaranking: Rindfleisch ist mit 13,6 CO2-Äquivalenten je Kilogramm auf dem letzten Platz. Es folgen Hähnchen mit 5,5 C02-Äq./kg und Schweinefleisch mit 4,6 CO2-Äq/kg. Auf dem Klima-Treppchen triumphieren die vegane Bratwurst mit 1,7 CO2-Äq./kg und Tofu mit 1,0 CO2-Äq./kg.

ZUKUNFT BEGINNT AUF DEM TELLER

Am klimafreundlichsten ist es also, tierische Produkte gegen pflanzliche Alternativen zu tauschen. Wissenschaftler der EAT-Lancet Commission haben den ultimativen Klima-Speiseplan Planetary Health Diet geschrieben. Würden wir uns daran halten, könnte unser Planet zehn Milliarden Menschen ernähren. Wir dürften am Tag aber nur 14 Gramm Rind- oder Schweinefleisch essen, dafür 232 Gramm Getreide und 300 Gramm Gemüse. Auf einem klimafreundlichen Grill läge für jedes murmelgroße Stückchen (Schweine-)Steak mindestens ein Maiskolben, ein Körnerbrötchen und eine ordentliche Portion Grillgemüse. Oder ein cleveres Kombirezept wie Tofu-Pilz-Spieße oder mit Couscous gefüllte Tomaten. Also auf in die Gemüseabteilung! Die drei goldenen Regeln sind: Fleisch ersetzen, Gewächshausgemüse meiden, Einweggläser verbannen. Mit unseren drei digitalen Helfern (unten) wird eine klimafreundliche Ernährung zur persönlichen Challenge und macht sogar ein bisschen Spaß.

DIGITALE HELFER

 

App meatless
Hilft dabei, den Fleischkonsum zu reduzieren.

 

 

App Project Count
Einkaufszettel scannen, Einsparpotenzial erkennen.

Hier geht es zum Küchen-Klimarechner! Wie klimafreundlich ist eigentlich Ihr Lieblingsrezept?

Fotos: istockphoto

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