Serienreife: Eine bahnbrechend dämliche Idee

Die Kinolandschaft muss neue Wege gehen und Ideen entwickeln, um die Zuschauer wieder in den Saal zu locken. Alper Turfan hat in seiner flin-Kolumne „Serienreife“ einen bahnbrechend banalen Einfall – und vielleicht gerade deshalb das Richtige?

So wie Luke Skywalker über Yavin IV dem Imperium die Stirn bot, so setzten sich die Kinobetreiber im Sommer 2020 gegen das Coronavirus durch. Es war zum Todesstern geworden, das nicht Planeten, sondern reihenweise Kinos zu vernichten drohte. Deswegen wurden Sicherheitskonzepte ausgearbeitet, Filmfestivals wurden ins Freie ausgelagert und die Kinobetreiber schmiedeten Pläne, wie man die Zukunft überbrücken könnte. Denn auch die Filmproduktion musste zunächst pausieren.

Als die Kinobetreiber aber die Türen wieder öffneten, blitzte eine neue Hoffnung auf. Für einen kurzen Moment strahlten die Sonnen über Tatooine. Doch genau wie Darth Vader und der Imperator schlug auch das Virus bitterböse zurück. Die gesamte Kinoland­schaft wird sich nun für eine weit entfernte Zeit nach der Pandemie neue Wege überlegen müssen, die Menschen zurück in die Kinos zu locken.

Im Fernen Osten ist das bereits geschehen. Aus China beispielsweise kommen versöhnliche Signale. Hierzulande unbekannte Filme wie The 800 knacken dort Rekorde wie der Millennium Falke beim Kessel-Flug. Trotzdem ist klar, dass für die gesamte Branche Kreativität gefragt sein wird. Manchmal sind die dämlichsten Ideen auch die bahnbrechendsten, deswegen möchte ich einen Vorschlag in den Kinosaal werfen, der auf den ersten Blick banal scheint: Hochglanzserien – im Kino!

Man stelle es sich vor: Der Mittwoch wird zum Ritual des wöchentlichen Serienguckens auf der Leinwand – zurück zur Wertschätzung und weg vom Binging. Abwegig? Mitnich­ten! Es wäre nicht das erste Mal. In den 1930ern und -40ern bestand eine Filmvor­führung in den USA üblicherweise aus zwei Hauptfilmen. Davor lief die Wochenschau, ein paar Kurzfilme und ein sogenanntes Serial. Das war ein meist 30-minütiger Film, der jedes Mal mit einem Cliffhanger endete und Teil einer etwa 12-teiligen Reihe war.

Das filmische Universum von Marvel vom ersten Iron Man bis hin zu Avengers: Endgame ist letzten Endes eine Weiterentwicklung des Serial-Konzepts, das über mehrere Kinogän­ge verteilt eine große Geschichte erzählt. So fanden Superhelden wie Captain America und Batman in den Kinoserien zum ersten Mal auf die Leinwand. Interessant wäre doch das Experiment, neue Kinoserien zu schaffen und die Zuschauer so wieder an die Kinosessel zu kleben. Zurzeit dürfte den Kinobetreibern jedes Mittel recht sein, die Fesseln zu zerschlagen – wie Prinzessin Leia in Rückkehr der Jedi-Ritter.

Foto: Alper Turfan

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