Serienreife: „Ich habe doch nur einen Kopf…“

Warum nur wünscht Alper Turfan sich vier Augen, vier Ohren und zwei Hirne? Es gibt zu viele interessante, spannende Serien auf dem Markt, erklärt er in seiner flin-Kolumne „Serienreife“.

Am Rande meines Regals fristet mein abgewetztes Lieblingsbuch ein entspanntes Bücherleben: Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“. In diesem charmanten Weltraum-Abenteuer geht es unter anderem um eine illustre Persönlichkeit namens Zaphod Beeblebrox. Der ehemalige Präsident der Galaxis hat ein unverkennbares Merkmal: Auf seinen schmalen Schultern sitzen gleich zwei Köpfe. Ich beneide ihn. Mit vier Augen, vier Ohren und zwei Hirnen kann er in derselben Zeit doppelt so viele Serien schauen wie ich. Gerade dieses Jahr hätte ich einen zweiten Kopf bitter nötig. Wie viele interessante Serien sollen dieses Jahr denn noch kommen?

Noch nie wollte und musste ich so viele Serien parallel gucken wie in den letzten Monaten. Ich habe mich in ein Konsum-Monster verwandelt. Als wäre die schiere Zahl an Serien nicht genug … Die Duffer-Brüder beschlossen auch noch, die neusten Folgen ihrer Kult-Serie „Stranger Things“ besonders lang zu gestalten: Das Finale der vierten Staffel war fast zweieinhalb Stunden lang! Netflix behauptet, es habe trotzdem sämtliche Rekorde gebrochen.

„Obi-Wan Kenobi“ hinterlässt Weltraum-Frust

Ich kann das nachvollziehen: Die vierte Staffel war die vielleicht spannendste und spektakulärste der gesamten Serie. „Obi-Wan Kenobi“ war das genaue Gegenteil. Für mich als Star Wars-Fan war die neue Disney-Serie Pflichtprogramm. Leider hinterließ sie bei mir vor allem Weltraum-Frust. Gerade die Kürze der Folgen hat der Serie nicht gutgetan. Manche Folgen waren ohne Intro, Abspann und den ganzen Kladderadatsch keine 35 Minuten lang!

Dass man es trotzdem geschafft hat, in dieser kurzen Zeit die Handlung so zurechtzubrechen, dass sie vorne und hinten keinen Sinn ergibt, ist eine beachtliche Fehlleistung. Das ist äußerst schade um die vielen fulminanten Fan-­Momente der Serie. Mit „Ms. Marvel“ hatte Disney das bessere Händchen bewiesen. Da selbst die Comics eher Nischenmaterial sind, hat die Serie viele in den ersten Folgen mit ihrem Witz und ihrer Wärme überrascht. Auch wenn so manch ein Ewiggestriger ins Internet auszog, um seinen Unmut über eine muslimische Superheldin herauszuposaunen.

Empfehlenswert: „The Boys“

Ich verstehe aber durchaus, dass man Superhelden einfach nicht mehr sehen kann. Gerade deswegen ist „The Boys“ so empfehlenswert: Die Comic-Adaption dreht den Spieß um und wirft einen pervertierten Blick auf eine Welt, in der Superhelden nicht nur real sind, sondern auch egoistisch, narziss­tisch und kaltblütig agieren. Die dritte Staffel hat mich bis auf ihr Ende erneut begeistert. Wie habe ich es bei all diesen Serien geschafft, auch noch die brandneue südkoreanische Zombie-Serie „All Of Us Are Dead“ zu gucken? Ich weiß es nicht.

Jetzt muss ich mich zu Hause einschließen und Apple TV+ anwerfen, um der dritten Staffel meiner geliebten Science-Fiction-­Serie „For All Mankind“ genug Zeit zu widmen. Die Alternativ-Geschichte über den Wettlauf ins All ist für Science-Fiction-Fans ein Must-see. Außerdem laufen auch noch die Herr-der-Ringe-Serie „Ringe der Macht“, der Game-of-Thrones-Nachfolger „House of the Dragon“ und die Star-Wars-Serie „Andor“ gleichzeitig. Da werde ich in einer rabenschwarzen Gasse wohl einen Schamanen auftreiben müssen, der mir einen zweiten Kopf aus dem Nacken wachsen lassen kann. Am besten auch noch einen dritten.

Foto: Alper Turfan

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