Serienreife: … ich habe mich verliebt

Alper Turfan erklärt, warum er sich in die erste Szene von „The Bear“ verliebt hat. Obwohl oberflächlich betrachtet vieles dagegenspricht.

Unser aller Lebenszeit ist begrenzt. Doch noch nie habe ich eine Sekunde bereut, die ich dem Essen gewidmet habe. Für mich geht nichts über ein köstliches Mahl … Aber ganz ehrlich: Warum arbeitet man freiwillig in der Küche eines belebten Restaurants? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt. Für keinen Beruf der Welt wäre ich wohl weniger geeignet. Das wäre mir einfach zu viel Stress! Über die Authentizität einer Serie, die in einer Küche spielt, kann ich deswegen nur schwer urteilen.

Dennoch traue ich mich zu sagen: Keine Serie über die Gastronomie war je so ehrlich und
ungefiltert wie „The Bear“. Das dramatische Potenzial einer Gastroküche ist schließlich hoch. Befreundete Köche erzählten mir auch von der Schattenseite des Berufs: dem Stress, dem einhergehenden Substanzmissbrauch und schwierigen Arbeitsbedingungen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 zählt die Gastro zur Speerspitze der Branchen, in denen Alkohol und andere Substanzen missbraucht werden. Da wird sich bis heute nicht viel verändert haben.

Bären machen die besten Sandwiches

Eine Serie, die in einer Gastroküche spielt und authentisch sein möchte, sollte sich vor diesen Themen nicht scheuen. Zum Glück ist The Bear auf Disney Plus eine der mutigsten und kreativsten Serien der letzten Jahre. Doch hierzulande war sie leider kaum mehr als eine flüchtige Sternschnuppe. Oberflächlich betrachtet spricht vieles gegen die sechsteilige Serie: Schon ab deersten Sekunde fühlte ich mich bombardiert; rasante Kameraschwenks, wildes Geschrei und ein Schnitt, den man selbst wohlwollend nur als „epileptisch“ bezeichnen kann. Es klingt grausam: Den psychischen Stress einer überforderten Gastroküche versucht die Serie auf das Publikum zu übertragen. Dennoch habe ich mich schon in der ersten Szene in The Bear verliebt.

Fantastische Serie – darum geht es

Die Serie spielt in einem heruntergekommenen Sandwich-Shop in Chicago. Mittendrin: ein hochtalentierter Sterne-Koch, der den Laden von seinem verstorbenen Bruder erbt und toxische Verhaltensmuster der Belegschaft aufbrechen will, um den kurz  vor dem Bankrott stehenden Laden wieder erfolgreich zu machen. Das Team arbeitet dabei gegen ihn – die meisten unbewusst, andere dagegen wissentlich.

Ja, die Serie ist nicht gerade eine Wohlfühlunterhaltung. Das genaue Gegenteil. Wenn die Bestellungen ins Haus flattern und das Team in der Küche nicht einmal ansatzweise hinterherkommt, wenn wild hin und her geschrien wird, wenn Teller zerschellen, Gläser fliegen und Zigaretten am Herd angezündet werden, durchdringt der Psychoterror nicht nur die Figuren auf dem Bildschirm, sondern beschießt auch das überforderte Nervenkostüm des Publikums. Puh. Der Schnitt aber offenbart keine sadistische Willkür, sondern einen wohlbedachten Rhythmus, der sich der Geschichte anpasst.

Spätestens wenn der Hauptdarsteller Jeremy Allen White zu einem ungeschnittenen  siebenminütigen Monolog über Verlust und Trauer ansetzt, klebe ich am Bildschirm und schmelze dahin. Nicht umsonst hat White jeden nennenswerten Fernsehpreis für seine Performance in dieser Serie mit nach Hause genommen. The Bear ist fantastisch. In einer Gastroküche will ich allerdings immer noch nicht arbeiten. Essen kann ich besser.

Foto: Alper Turfan

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