Serienreife … Lügen, Morde und Muscle Cars

Alper Turfan erzählt, welche Staffel von True Detective sein bestes Serienerlebniss ist, warum er The Big Bank Theory extrem witzig findet und empfiehlt die aktuelle Krimi-Serie Poker Face.

Spielen wir ein Spiel. Von den nächsten drei Aussagen entsprechen zwei der Wahrheit, doch eine davon ist eine eiskalte Lüge. Erstens: Die erste Staffel von „True Detective“ war für mich eines der besten Serienerlebnisse aller Zeiten. Zweitens: Kaum eine Sitcom finde ich witziger als „The Big Bang Theory“. Drittens: Ich empfehle die aktuelle Krimi-Serie „Poker Face“ auf WowTV und Sky. War das Spiel zu einfach? Charlie Cale, die Hauptfigur der Serie Poker Face, hätte die Lüge sofort erkannt. Mit Lady Gagas Hitsingle hat sie nichts am Hut, doch Charlie verfügt ebenfalls über ein einzigartiges Talent: Niemand kann sie anlügen, ohne dass sie es merkt. Jede noch so harmlose Lüge durchschaut sie sofort.

Mit ihrem Talent erarbeitete sie sich große Erfolge an den Pokertischen in Atlantic City. Doch sie legte sich mit dem falschen Mobster an und arbeitet nun in seinem Casino. Als es eines Tages zu einem blutigen Vorfall kommt, muss sie vor ihrem mafiösen Arbeitgeber fliehen. In ihrem 1969er Plymouth Barracuda reist sie nun durch die USA und stolpert dabei von einem Mordfall in den nächsten.

Leichtfüßige Krimi-Serie

Jede der insgesamt zehn Folgen dreht sich um brandneue Figuren an einem neuen Schauplatz. Damit ist jede Folge wie ein neues kleines Abenteuer, das sich um ein Mord dreht. Doch nur selten geht es darum, wer das Verbrechen begangen hat. Gleich zu Beginn jeder Episode wird jeder Mord gezeigt. Dadurch wissen wir mehr als Charlie und genau wie sie können wir jede Lüge sofort entlarven.

Die Spannung kommt nämlich gar nicht durch die Frage, wer den Mord begonnen hat, sondern wie Charlie die Täter oder Täterinnen überführen wird. Jede Folge ist raffiniert und ausgeklügelt konstruiert. Dabei erinnert Poker Face an klassische Krimi-Serien aus den Siebzigern und Achtzigern, allen voran „Columbo“… und diese Serien sind rar geworden!

Poker Face als leichtfüßige Krimi-Serie, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber clever geschrieben ist – ich wusste nicht, wie sehr mir das gefehlt hat. Nicht viele Serien erzählen mit jeder Folge eine neue Geschichte. Heutzutage muss gefühlt alles einen staffelübergreifenden Spannungsbogen haben. Schnell macht sich dann Enttäuschung breit, wenn Netflix die nächste vielversprechende Serie frühzeitig absetzt.

Leider hat auch Poker Face eine Rahmenhandlung über Charlies Flucht vor ihrem ehemaligen Chef. Diese Storyline hätte ich nicht gebraucht. Trotzdem kann man sich nur über ein weiteres Projekt des Serienschöpfers freuen: Rian Johnson. Johnson zementiert damit seinen Status als Autor von originellen Stoffen in einer unkreativen Welt der Franchise-Filme, Remakes und Reboots. Mit seinen „Knives Out“-Filmen fischt der US-amerikanische Filmemacher schließlich in ähnlichen Krimi-Gewässern. Ein neues True Detective ist Poker Face sicherlich nicht und trotzdem habe ich mich auf jede Folge gefreut.

Bilder: Alper Turfan

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