Marie Menke schreibt in ihrem Debütroman über eine obsessive Freundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität und über die Kraft, die drei junge Frauen zusammenhält und gleichzeitig zu zerstören droht. Stimmungsvoll und bildreich entwirft die Autorin ein perfektes Zusammenspiel zwischen Zartem und Abgründigem.
Darum geht es: Sophie und Lotte kennen sich seit Kindertagen, sie stammen aus derselben Bauerschaft im Süthland. Erst in der Oberstufe stößt Romy dazu: Sie kommt aus der Stadt und ist freier und mutiger – aber auch unzuverlässiger. Die neue Dreierkonstellation ist getragen von gegenseitiger Faszination, die bald Gefahr läuft zu kippen. Beim Versuch, in ihren frühen Zwanzigern ihre Freundschaft nach Köln zu transportieren, hadern die jungen Frauen. Als Romy plötzlich verschwindet, reißen alte Wunden auf: Zwischen all den intensiven Momenten der Vergangenheit liegt auch eine harte Nacht vergraben, an die eine der drei niemals erinnert werden darf. Hier geht es zur Leseprobe.
Nachdenk-Passage: „Auszuziehen und zu studieren, in einer Stadt, egal, wo, die Vorstellung war in meinem Kopf so verschwommen, ich bekam sie nicht zu fassen. Irgendwo dazwischen musste ich mir ja auch noch eine Zukunft aufbauen, neue Freunde finden, irgendwann eine Familie gründen, ein Haus bauen, so etwas wie eine Karriere
haben, als was auch immer.“
Empfehlenswert für: Alle, die eine schöne und kluge Sprache lieben und mehr über Landmenschen und Stadtkinder und das, was zwischen ihnen liegt, wissen wollen.
Autorin: Marie Menke, 1997 im Sauerland geboren, hat Politik, Medien und Soziologie in Bonn, Taipeh, Köln und Paris studiert. Spielverderberinist ihr Debüt.
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