Prachtvolle Palais, stille Höfe und Museen, die zu den bekanntesten Europas gehören, zeigen eindrucksvoll, dass Wien weit mehr ist als „Wiener Melange“ und Walzerseligkeit. Zwischen Barockfassaden und Kaffeehausduft lässt sich inzwischen auch digitale Museumsluft schnuppern. Wer Lust hat, Wien vom Sofa aus zu entdecken, vielleicht sogar mit einer Wiener Kaffeespezialität in der Hand, findet eine erstaunliche Vielfalt an Online‑Angeboten.
Autorin: Kristina Deckert
Das Belvedere Museum zeigt online, wie vielseitig ein traditionsreiches Haus im digitalen Raum auftreten und seinem eigenen Slogan „Wiens schönstes Museum“ gerecht wird. In einem der bedeutendsten Museen Europas können sich Liebhaber österreichischer Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart wiederfinden.
Ein zentraler Zugang bietet die Sammlung Online, ein lebendiges Archiv, in dem rund die Hälfte des gesamten Bestands digital zugänglich gemacht wurde und stetig weiter wächst. Sie können virtuell durch über 800 Jahre Kunstgeschichte flanieren, Details heranzoomen und sogar Exponate bestaunen, die im Museum nur selten zu sehen sind. Letztere werden von Kuratoren des Museums in der Rubrik „Curator’s Choice“ handverlesen vorgestellt. Die Belvedere Games laden spielerisch dazu ein, historische Themen mit moderner Technologie zu erkunden. Ausgewählte Spiele können online auf itch.io oder bei Veranstaltungen vor Ort ausprobiert werden.
Ebenfalls sehenswert finden wir das Ursula Blickle Video Archiv, in dem Ihnen zeitgenössische Videokunst kostenfrei zugänglich ist. Wenn Sie es weniger spielerisch mögen und sich lieber durch digitalisierte Literatur und Open‑Access‑Publikationen lesen möchten, werden Sie in der Digitalen Bibliothek mit über 130.000 Medieneinheiten fündig. Oder Sie stöbern quer durch Kunst, Hintergründe und Blickwinkel in der Rubrik „Stories“ . Besonders lesenswert ist der Artikel über den österreichischen Maler der Wiener Moderne Gustav Klimt.
Unser Tipp: Im Annotations‑Spiel ARTigo Kunstwerke verschlagworten und so die Durchsuchbarkeit der Sammlung verbessern.
Reinklicken – weitere Wiener Museen mit digitalem Angebot
Die schiere Vielzahl der Wiener Museen mit fulminanten Online‑Angeboten gibt es auf der Webseite des offiziellen Reiseführers der Stadt Wien.
Wiener Staatsoper: Bezaubernde Opernstücke können kostenlos via Stream zu Hause erleben – ein Benutzerkonto genügt. Oder Sie stimmen sich musikalisch mit den Playlists auf einen Besuch vor Ort ein.
Schloss Schönbrunn: Das Schloss und der Historiker Martin Mutschlechner laden mit einem virtuellen Rundgang dazu ein, die Prunkräume der Beletage digital zu erkunden. Die Videoreihe „Imperiale Impressionen“ bietet Einblicke in das Leben der kaiserlichen Bewohner, während das eMuseum die historischen Räume und die Sisi‑Objektsammlung online zugänglich macht.
Naturhistorisches Museum Wien:: Das NHM stellt seinen virtuellen Besuchern ein umfangreiches Programm zur Verfügung. Neben dem 3‑D‑Museum , der Mediathek, dem YouTube‑Kanal und Social‑Media‑Formaten wurde unter anderem das älteste Salzbergwerk der Welt virtuell rekonstruiert. Sie können Mineralien bei ihrer Entstehung beobachten und die Evolution der Minerale mit den Online‑Spielen selbst erleben.
Kaisergruft unter der Kapuzinerkirche : Steigen Sie hinab in die Kapuzinergruft. In kurzweiligen Videos wird allerlei Wissenswertes über die Habsburger Persönlichkeiten vorgestellt.
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