In diesem atemberaubenden Psychothriller von Autorin Eva Björg Ægisdóttir versucht eine junge Frau in Island das Verschwinden ihrer Schwester – die vor zehn Jahren im November 1967 verschwand – aufzuklären. Und sie bekommt – zu Recht – Angst, dass sie die Nächste sein könnte.
Text: Monika Artinger
Darum geht es: Die vierzehnjährige Marsibil hat einen heimlichen Brieffreund, der sich mit ihr treffen will. Sie verabredet sich mit ihm, ist aber nervös, denn sie hat sich als ihre ältere Schwester Stina ausgegeben, und am verabredeten Abend schafft sie es nicht zu dem Treffen. Dafür verschwindet ihre Schwester spurlos. Nur ihre blutbefleckte Anorakjacke wird an dem Ort gefunden, an dem Marsi sich mit ihrem Brieffreund verabredet hatte. Zehn Jahre später bleibt Stinas Verschwinden weiterhin ungelöst. Marsi hat bisher aus Scham geschwiegen. Da erhält sie einen Brief – von ihrem ehemaligen Brieffreund. Jetzt muss sie die Wahrheit ans Licht bringen, auch wenn sie sich dabei nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen kann. Denn der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß. Hier geht es zu einer Leseprobe.
Grusel-Passage: „In der vierten Nacht in Folge, die ich hellwach ins Dunkle starrte, fragte ich mich, wie lange man wohl ohne Schlaf überleben konnte. Irgendwo hatte ich einmal etwas von zehn Tagen gehört, aber ich überlegte, woran man letztendlich starb: Wurde das Herz zu schwach oder ging der Körper einfach kaputt?“
Empfehlenswert für: Fans von Thrillern, die subtile Spannung lieben und gerne langsam in eine dunkle (Familien-)Geschichte eintauchen.
Autorin: Eva Björg Ægisdóttir ist Jahrgang 1988 und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Reykjavík. Sie ist in Akranes geboren und aufgewachsen, der Stadt, in der ihre Krimis spielen.
Bilder: Verlag KiWi-Paperback, adobeStock
